Final Countdown – nein, pfui, nicht die schäbige Fanfare spielen (und wenn dann nur von Laibach): In einer Stunde und zehn Minuten muss ich mich bei der Industrie- und Handelskammer einfinden und darf mir dann meine Abschlussprüfungsergebnisse entgegennehmen. Dann bin ich – sofern nichts schiefgelaufen ist – ganz offiziell Mediengestalter für Digital- und Printmedien und nach wie vor staatlich examinierter Altenpfleger. Sowas bleibt man im Zweifel ja ein Leben lang, auch wenn man’s nicht mehr nutzt. Funktioniert soetwas bei Hobbies eigentlich auch? Bliebe man sein Leben lang beispielsweise Hobbyarchäologe, weil man mit 12 mal ’ne sehr alte Muschel am Strand gefunden hatte und die obendrein interessant fand. Könnte ich nun potentiellen Angreifern gegenüber androhen, ich sei Kampfsportler, weil ich als Grundschüler mal für wenige Wochen in einem Jin-Jiutsu-Verein war und davon nix mehr kann, nichtmal mehr ordentlich hinfallen? Den weißen Gürtel hab ich gehabt, der den man trägt, damit die Jacke zubleibt. Heute trag ich meist einen schwarzen – an der Jeans, damit die nicht rutscht. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hab ich ständig Hosen tragen sollen, die bis über den Bauchnabel gingen, bah, war das ein scheußliches Gefühl. Schön für alle, die dadurch niemals ein kindliches Maurerdecoltier zu Gesicht bekamen. Heute strahlen einen allerortens, wo Menschen auf Stühlen mit nichtdurchgehender Rückenlehne sitzen, feiste Pos mit Tanga-Streifen und Spitze entgegen, aber nix kneift mehr bissig in die Bauchringe.
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